"Wien ist sehr gut im Import“

Feuilleton | Interview: Matthias Dusini | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

Der neue Kunsthallen-Chef Nicolaus Schafhausen über den Reiz von Ottakring, die lokalen Künstler und die Sehnsucht von Thomas Bernhard

Die Entscheidung blieb bis zuletzt geheim. Der deutsche Kunstmanager und Kurator Nicolaus Schafhausen wird in den nächsten fünf Jahren die Kunsthalle Wien leiten (siehe auch Kommentar S. 6). Auf seiner ersten Pressekonferenz hatte der neue Direktor kaum Gelegenheit, seine Visionen zu schildern. In erster Linie ging es darin um den Fall Gerald Matt. Schafhausens Vorgänger werden Unregelmäßigkeiten in der Geschäftsführung vorgeworfen. Unmittelbar nach der Präsentation bat der Falter den neuen Kunsthallen-Chef vor das Mikrofon.

Falter: Was ist die Kunsthalle Wien für Sie?

Nicolaus Schafhausen: Es gibt in Europa nicht viele stilprägende städtische Institutionen dieses Typs, und ich verfolge das Programm seit 20 Jahren. Die Ausstellung über Samuel Beckett und Bruce Nauman beispielsweise gehört zu den Ausstellungen, die man nicht vergisst. Sie war


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