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Feuilleton | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

Kurz besprochen: Die Wunder der Natur, der Affe, die Katze und der Mensch

Primaten

Julia Fischer: Affengesellschaft. Suhrkamp, 281 S., € 27,70

Einst wurde ein Affenweibchen dabei beobachtet, wie es eine Süßkartoffel vor dem Verzehr ins Wasser tunkte, wohl als Erste der uralten Art der Japanmakaken. Die Clan-Genossinnen fanden Gefallen daran, bald praktizierte es die Gruppe. Bilden etwa nicht nur wir, sondern auch Affen eine Kultur aus? Und wie definiert man Kultur? Mit geradezu mädchenhafter Freude an Expeditionen, Experimenten und Debatten führt die Autorin vor, was eine moderne verhaltensbiologische Erforschung der Intelligenz von Affen alles erfordert: philosophisches Begriffs- und Methodenbewusstsein, Neurobiologie, Entwicklungspsychologie, Intuition und Fantasie.

Fischer gibt keine Antworten auf letzte Fragen, sondern zeigt in leichtem, überaus leserfreundlichem Ton etwas viel Grundlegenderes: Forschung bringt uns den Affen näher, weil wir lernen, unser anthropozentrisches Denken


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