Buch der Stunde

Vom brodelnden Tümpel zum Paradiesgarten

Feuilleton | Sebastian Kiefer | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

In einem "kleinen warmen Tümpel“ könnte das Leben entstanden sein, mutmaßte Charles Darwin privatim einmal. Und tatsächlich: Als sich der heiße Feuerball, der einst unsere Erde werden würde, vor knapp vier Milliarden Jahren abkühlte und keine Meteore mehr einschlugen, gab es bereits Leben. Mikrobische Nachfahren dieser Urformen leben heute in kochend heißen Geysiren, ohne dass ihre Proteine zerstört werden.

"Waren die heißen Krater vielleicht Retorten, in denen unbelebte Materie sich zu Leben formte? Könnte es sein, dass das biblische Paradies fatal der Hölle glich?“, fragt Gottfried Schatz, emeritierter Biochemiker, berühmt für seine (Mit-)Entdeckung, dass die Mitochondrien, die Energielieferanten der Zelle, ein eigenes Genom besitzen und daher ursprünglich eigene Lebewesen waren, die von den frühesten Zellen adaptiert worden sein müssen. Schatz verbrachte ein halbes Jahrhundert im Labor, hat sich doch eine jungenhafte Neugierde auf das unerschöpfliche Werden und Vergehen


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