Ohren auf  Sammelkritik: Popmusik unter spirituellem Einfluss

Der Tiger sucht den Heiligen Geist

Feuilleton | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

Im Laufe seiner langen Karriere hat Tom Jones kaum etwas unversucht gelassen, um sich lächerlich zu machen. Ein paar Stichworte: Brusthaare, Las Vegas, "Sex Bomb“. Dass er als Selbstparodie durch die Kulissen des Showgeschäfts streift, hindert ihn freilich nicht, mit über 70 Jahren das würdige Alterswerk anzugehen. Das neue Album "Spirit in the Room“ (Universal) ist, wie schon der Vorgänger "Praise & Blame“ (2010), ein ernsthaftes, zwischen Lebensbilanz und Glaubensfragen pendelndes Stück Gospel- und Bluesmusik.

Was Rick Rubin mit Johnny Cash und Neil Diamond gemacht hat - produktionstechnische Reduktion verordnet, um zum Wesentlichen vorzudringen -, leistet für den ergrauten Tiger Ethan Johns. Ganz groß: die Interpretation von Leonard Cohens "Tower of Song“, der wie für ihn geschrieben wirkt: "They tied me to the stage right here in the tower of song.“ Im Sommer gastiert der Waliser, mutmaßlich mit einem Best-of-Programm, übrigens auf der Seebühne in Mörbisch und


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