Nüchtern betrachtet

Im Angesicht der Abriss- und Aufbaubeauftragten

Feuilleton | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

Vis-à-vis von mir baut man. Seit über einem Jahr. Mein Verständnis dafür darf als gegeben vorausgesetzt werden. Ich bin keiner von diesen Wutbürgern, die bei der Errichtung von straßennahen Kinderspielplätzen um ihr Auto fürchten, die Verkürzung ihres Sonnentages durch Dachausbauten bejammern oder der Auffassung anhängen, Supermärkte dürften jederzeit und überall beliefert werden, solange das bloß nicht in "ihrer“ Gasse geschieht. Zunächst hat man abgerissen und entkernt, nun wird aufgebaut. Ich glaube, Abreißen und Entkernen macht mehr Spaß, weswegen sich die Abriss- und Aufbaubeauftragten immer eine kleine Reserve davon auf die Seite legen wie ein paar Rippen besonders guter Schokolade: Es sind immer noch ein paar Betonteile da, die man aus großer Höhe in Baumulden werfen kann. Der Arbeitstag beginnt Punkt sieben Uhr mit einem Signalton, der eigentlich für den Fall vorgesehen ist, dass eine mit Biowaffen gefüllte Scheibtruhe vom Gerüst purzelt. In einem Comicstrip


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