Stadtrand Urbanismuskolumne

Die zu nackten Tatsachen des Sommers

Stadtleben | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

Nach wochenlangem Herbst im Frühsommer ist es nun also endlich heiß. Große Freude. Eigentlich. Wäre da nicht der Wiener, der die Hitze als Freibrief für wahllose Nacktheit missbraucht. Also Nacktheit nicht nur dort, wo sie hingehört, man zumindest mit ihr rechnen muss und sich auf sie vorbereiten kann: zu Hause, im Schwimmbad oder an den Rändern sonstiger Wasserstellen.

Nein, sie ist allgegenwärtig, und wenn schon nicht überall, dann doch großflächig: auf den Sitzbänken historischer Anlagen, an Straßenrändern, diversen Grünstreifen und - hier besonders unangenehm - in hautkontaktvollen U-Bahnen. Dort verstärkt sie den Saunaeffekt, indem die Bloßhäutigen die Gewandeten beschwitzen.

Erstaunlich auch, wie diesbezüglich die Schamgrenze in den letzten Jahrzehnten gesunken ist: So ein Stringtanga mag im Schwimmbad der 1980er ja noch ein Aufreger gewesen sein. Mittlerweile juckt nicht mal die Kombi mit Oben-ohne. Auch nicht im Park zwischen Kinderspielplatz und Hundeauslauf (Wochenende im Auer-Welsbach-Park).


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