Lotsin im Gestrüpp der Buchstaben

Porträt: Sibylle Hamann | Stadtleben | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

"Nichts tun geht nicht“, sagte Erna Kaspar, als sie in Pension ging, und wurde Lesepatin an einer Wiener Volksschule. Dort lernte sie das Bildungssystem von unten kennen

Wer knetet den Teig für das Brot?“ "Der Bäcker.“ "Wer macht Späße, damit wir lachen?“ "Der Clown.“ "Wer macht uns gesund?“ "Die Ärztin.“ "Und wer besucht Feste und andere bedeutende Ereignisse und berichtet darüber?“ "Schaut euch um, Kinder, da sitzt eine.“ Erna Kaspar deutet mit dem Kopf über ihre Schulter. "Die Reporterin“, antworten die beiden Kinder.

Julia* und Memet müssen Arbeitsblätter ausfüllen. Es geht um Erwachsene und ihre Berufe. Aber wenn es bloß immer so einfach wäre wie beim Bäcker und beim Clown. Sandra D., heißt es im Lesebuch der vierten Klasse, ist gelernte Floristin. Aber sie wurde umgeschult zur Bürokauffrau. Jetzt arbeitet sie in einem Speditionsunternehmen. Sie kümmert sich dort um den Schriftverkehr und koordiniert die Fahrten der Lkw. Wolfgang S. war Tischler bei

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