Ins Mark  Der Kommentar zur steirischen Woche

Was wird aus der Regionale?

Steiermark | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

Einen Monat lang wird das, was den Bezirk Murau ausmacht und ausmachen könnte, in künstlerische Projekte verpackt, wird der Brückenschlag von der Tradition zur zeitgenössischen Kunst und Kultur versucht. Das ist so spannend wie schwierig.

Das Kulturfestival Regionale12 startet diese Woche (siehe Programmteil). Seit die Regionale 2008 das erste Mal stattfand, wurde viel über sie debattiert. Wird da ein urbaner Kunstmix im ländlichen Raum angerührt, den vor Ort keiner will? Ist er den städtischen Kulturtouristen zu wenig avanciert und der ländlichen Bevölkerung zu verquer?

Vergessen Sie einmal das hinterhältige Wörtchen "Nachhaltigkeit“, das von Kulturfestivals wie der Regionale immer gefordert und unter der ja gemeinhin oft nicht mehr als aufgemöbelte Infrastruktur verstanden wird, und ersetzen sie es mit "Identitätsbildung“. Ja, die ist schwer messbar. Nichts gegen aufgemöbelte Infrastruktur, nur das kann nicht Zielsetzung sein. Klar, Kultur ist nicht das Einzige, was bedrohte Regionen brauchen. Aber gerade junge Menschen benötigen ein aufgewertetes Selbstbewusstsein bezüglich ihres Umfelds. Sonst hält sie nämlich nichts.

In einem Antrag werden die Grünen die Landesregierung nun auffordern, die Regionale zu erhalten. Sie sehen Gefahr im Verzug: weil die Regionale für 2014 noch nicht ausgeschrieben wurde und allgemein weitere Budgetkürzungen im Raum stehen. Kulturlandesrat Christian Buchmann (ÖVP) möchte, ohne über künftige Budgets Bescheid zu wissen, nichts dazu sagen. Will er auf die Regionale verzichten, muss er neue Perspektiven für den von Abwanderung bedrohten ländlichen Raum anbieten.

Tiz Schaffer ist Redakteur im Steiermark-Falter


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