Phettbergs Predigtdienst

Am liebsten hätt ich mich auf die Straße gelegt!

Kolumnen | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

Nun zur Freude der 17. Regenbogenparade: Manuel hat den Faxi-Wagen und meine Schuhe geputzt, Konrad und Manuel blieben bis zum Schluss um mich. Nina Strasser und Reante Schweiger fotografierten, wie ich mich aufführte. In der Tat war es mir zu erschöpfend, von 13:10 bis 20 Uhr in dem engen Kunstleder-Faxi-Sitz zu sitzen, immer unleidlicher wurde ich, Manuel und Konrad wurden darin zu Gott, so innig behüteten sie mich.

Indem ich immer brav zwischenschlafe, bewältige ich meine Rückenschmerzen, aber im Latex bekomm ich Nervenweh! Reden wird mir zur Qual! Vor allem bring ich in solchem Zustand keinen für alle de-skribier-baren Satz zustande. Eine Frau hatte eine Hündin mitgebracht, aber der Lärm tut Hunden nicht gut, und sie bat mich, ihre Hündin ins Faxi hineinzuheben. Aber ich kann mich dort nicht hinlegen wie der Hund, das Faxi ist so winzig und ganz aus Latex, am liebsten hätt ich mich auf die Straße gelegt! Nächstes Jahr muss ich das so planen, dass das Faxi nur Stellung hält. Nach dem offiziellen Start, also um 15:30, wo ich schon abendgegessen haben werde, holt mich das Faxi wieder ab, den Rollator nehm ich mit und geh dann mit meinem Rollator. So komm ich zu Bewegung, und zur Erholung kann ich ab und zu sitzen.

Viele Jahre war ich jetzt schon erschöpft, alle fragen mich, wie es mir gehe. Am liebsten würd ich alle anschreien, na siehst du das denn nicht, wie ich schon hinüber bin? Reden ist die schrecklichste Qual für mich. Am liebsten hätt ich einen Wagen mit Bett darauf. Manuel und ich waren dann im Chinarestaurant bei mir essen. Ich schlief blitzartig ein.

Zwei Träume sind mir noch gegenwärtig: Mein Geld war so knapp geworden, dass ich die Frau, die die Trafikantin betreute, bitten musste, mir den Kurier, den ich plötzlich abonnieren wollte, zu borgen … Wo ich ja gar nix mehr mit einer Zeitung anfangen könnte … Im zweiten Traum war ich wieder in Funktion gesetzter Pastoralassistent in der Pfarre Unternalb, da wusste aber das Traumzentrum wieder, dass ich nimmer gehen kann. Der Pfarrer, Pater Markus, drängte nicht, aber ich blieb steif, dass ich nimmer gehen könne. Nächstes Jahr fahr ich erst nach dem Abendessen und mit dem Rollator!

Phettbergs Predigtdienst ist auch über www.falter.at zu abonnieren. Unter www.phettberg.at/gestion.htm ist wöchentlich neu zu lesen, wie Phettberg strömt


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