Family Affairs: Die Styriarte macht heuer eine Familienaufstellung

Steiermark | Vorschau: Hermann Götz | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

Leopold Mozart war Manager und Mentor seines Sohnes Wolfgang Theophilus und hat dabei ganz nebenbei das Rollenmodell des Wunderkinds perfektioniert. Das Verhältnis zwischen Wolfgang und Sohn Franz Xaver war wahrscheinlich weniger fruchtbar, der dritte Mozart trat nie aus dem Schatten seines Vaters. Banden wie diesen folgt die Styriarte 2012 unter dem Titel "Familienmenschen“: Bach und seine Söhne dürfen da natürlich nicht fehlen, Vater und Sohn Johann Strauß können in der Helmut-List-Halle beim Beat des Radetzky-Marsches musikalische Sträuße ausfechten, und Franz Liszt trifft auf seinen Schwiegersohn Richard Wagner (während Senta Berger die Cosima gibt). Aber auch die Geschwister Fanny und Felix Mendelssohn oder das musikalische Ehepaar Clara und Robert Schumann beteiligen sich an der großen Familienaufstellung der steirischen Festspiele. Und nicht nur der diversen Musikerdynastien wird gedacht: Auch Habsburg, Medici und Borgia kriegen, nun ja, ihr Fett ab. Das kann - vom Katalonen Jordi Savall interpretiert - so richtig geil werden.

Im Zentrum aber steht die Mutter der Mütter: Nikolaus Harnoncourt widmet sich mit Antonín Dvořáks "Stabat Mater“ ganz dem Schmerz der Madonna, die ihren Sohn beweint: Das Ehepaar Dvořák selbst musste um drei Kinder trauern. Natürlich spielt die Styriarte heuer nicht nur mit, sondern auch für Familienmenschen: unter anderem Musik aus Humperdincks "Hänsel und Gretel“ oder "The Sound of Stübing“ im Freilichtmuseum. F

Graz, 22.6. bis 22.7., Eröffnungsfest "Liebe Familie“ Fr 20.00, Helmut-List-Halle,


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