Der Dandy von der Stange

Feuilleton | Kunstkritik: Matthias Dusini | aus FALTER 26/12 vom 27.06.2012

Das Mumok widmet der Mode als künstlerischem Ideal eine Schau. Die Idee triumphiert darin über den Körper

Zu neu, um gut zu sein. Wie die Fotografie ist auch die Mode so sehr dem Augenblick verhaftet, dass ihr die Verewigungsmaschine Museum keinen Platz in der ersten Reihe zugesteht. Das Museum moderner Kunst (Mumok) macht nun unter der Regie von Susanne Neuburger den Versuch, Mode nicht als unterschätzte Kunstform zu rehabilitieren, sondern als Themenfeld der Künstler selbst darzustellen. Nicht "Wie Kunst ist Helmut Lang?“ ist in dieser Ausstellung also die Frage, sondern "Wie Lang ist die Kunst?“.

Helmut Langs weiß bekleckerte Jeanshose der Kollektion 1997/98 ist zum x-fach imitierten Klassiker geworden. In der Ausstellung ist sie der Platzhalter für die vielen von Künstlern verwendeten Tarnanzüge, vom Jesuslook eines Albrecht Dürer über die Proletarieroveralls der Futuristen bis zum Maßanzug des deutschen Malers Martin Kippenberger, der mit seinem Managerhabitus vermeiden


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