Die schnelle Gazelle im Omachic


Fahrtenlogbuch: Julia Kospach
Stadtleben | aus FALTER 26/12 vom 27.06.2012

Warum man auf einem unmodernen holländischen Fahrradklassiker schweißfrei und urban gleitet

Dass das Fahrrad schon seit seiner Erfindung das Zeug zum Fetischobjekt hat, zeigt nicht nur der in New York lebende Vorarlberger Konzeptkünstler Rainer Ganahl in seiner Ausstellung "I Wanna Be Alfred Jarry“ im Kunstforum Wien (bis 15.7.). Im Zentrum der Schau: der durchgeknallte französische Fahrrad-Aficionado und Literat Alfred Jarry und das Fahrrad als Körperprothese, Sehnsuchtsobjekt, Wahrnehmungsinstrument und - in seinen Anfängen - utopisches Fortbewegungsmittel sowie Symbol der mechanisierten Moderne. Manche dieser Rollen sind überholt, andere haben sich stärker ausgeprägt; der Mode unterworfen sind sie sowieso.

Derzeit diktiert die Mode dem Fahrrad vor allem eines: nämlich leicht, schnittig und sportlich zu sein. Jenes Fahrrad aber, um das es an dieser Stelle gehen soll, das Basic von Gazelle, ist nichts von alledem und damit eine Art Anti-Zeitgeist-Fahrrad. Zumindest hierzulande.

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