Prost!  

Geht runter wie Seide - der Saft des Maulbeerbaums

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Maulbeersaft

Stadtleben | aus FALTER 26/12 vom 27.06.2012

Die Verbreitung der Maulbeere in Europa ist eng verknüpft mit der Tatsache, dass man neidig auf die Seide in China schielte und die Produktion folglich auch hier in Gang bringen wollte. Das Laub wird für die Fütterung der Seidenraupen verwendet. Wer je einen Maulbeerbaum in seiner nächsten Umgebung zur Verfügung hatte, der spricht voll der Begeisterung von den süßen und sehr saftigen Beeren. Sonst hochseriöse Menschen kraxeln mit Anzug auf Bäume, um sie zu erreichen. Paradiesisch wird’s, wenn der Baum in Greifweite vor dem Fenster steht.

Die auf Direktsaft spezialisierte, in Ankara ansässige Firma Elite Naturel hat Maulbeer-Direktsaft in ihrem Sortiment. Der Saft ist zunächst gewöhnungsbedürftig, geschmacklich geht es in Richtung Ribiselsaft mit Honig vermischt. Aber der Gaumen verlangt nach mehr.

Erhältlich ist das Getränk in den türkischen Geschäften dieser Stadt. Neben der Maulbeere gibt es noch die als Saft exotisch wirkende Honig- und Wassermelone. Das Gleiche gilt für die Feige. Dann wären noch die allzu vertraute Preiselbeere, Granatapfel, Birne, Pflaume und Heidelbeere zu haben. Eine Schiene deckt die unbändige Lust nach Obstblüten ab: Auf der Website ist von Kirschblüte auf Weichselsaft, Rose an Apfelsaft, Jasmin an Honigmelonensaft, Orchidee an Maulbeerensaft und von zartem Hibiskus an knackigem Granatapfel die Rede. Alles koscher und halal. Das Sortiment nenne ich stattlich, abwechslungsreich und lecker, bio gibt’s auch. MS


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