Raus aus dem Klischee, rein in die Kunst

Special | Thomas Askan Vierich | aus FALTER 26/12 vom 27.06.2012

Die Stadt Wien fördert gezielt "postmigrantische“ Ansätze im Theater. Große Erfolge in dieser Richtung waren die Reihe "Pimp My Integration“ in der Garage X und "Die Reise“ im Volkstheater

Dreißig MigrantInnen umarmen sich. Dann erzählen sie von ihrer Flucht nach Österreich und ein bisschen davon, wie es ihnen hier seitdem ergangen ist. Manchmal tanzen sie auch oder joggen auf der Stelle, um ihre Flucht zu symbolisieren. Sie kommen aus Japan, Argentinien, Polen, Irak oder Somalia. Ein Schwarzafrikaner erzählt, dass er seit zwölf Jahren in Österreich lebt und seit zwölf Jahren nicht mehr mit seinen Eltern in Afrika telefoniert hat. Warum er das nicht getan hat, erzählt er nicht. Auch nicht, warum er geflohen ist. Aus politischen Gründen? Hatte er Streit mit seiner Familie? Hat sie ihn verstoßen? Hat er gar ein Verbrechen begangen? Nein, das erzählt er alles nicht. Leider. Aber sonst würde dieser Abend im Volkstheater wohl nie enden. 27 Mal hat man dort "Die Reise“ gespielt.


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