"Das war schon extrem radikal“

Interview: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 27/12 vom 04.07.2012

Der flämische Künstler und Theatermacher Jan Fabre über sein Frühwerk, das er nach 30 Jahren wieder auf die Bühne bringt

Den 11. Juni 1984 wird Jan Fabre nie vergessen. An diesem Tag betrat der flämische Künstler überfallsartig die internationale Theaterszene.

Im Rahmen der Biennale von Venedig hatte im Teatro Carlo Goldoni Fabres dritte Theaterinszenierung "The Power of Theatrical Madness“ ("Die Macht der theaterlichen Torheiten“) Premiere. Im Zuge der mehr als vier Stunden langen, streng strukturierten Aufführung trieb Fabre seine Darsteller (darunter Wim Vandekeybus, später selbst ein berühmter Choreograf und Regisseur) buchstäblich an den Rand der Erschöpfung; Publikum und Kritik waren gespalten: Hatten sie gerade das Meisterwerk eines Genies gesehen? Oder doch nur das Machwerk eines Scharlatans?

Die Theatergeschichte hat entschieden: Das Stück gilt inzwischen als Klassiker der zeitgenössischen Bühnenkunst. Und jetzt, fast 30 Jahre danach, will Jan Fabre es noch einmal


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