Raus aus dem Mausoleum!

Analyse: Diane Shooman | 04.07.2012

Über die Retro-Performance "Danses Libres“ von Cecilia Bengolea und François Chaignaud

Die Geschichte des Tanzes wird oft als Spannungsverhältnis zwischen zwei einander ausschließenden Positionen erzählt. Die eine befiehlt uns, der Vergangenheit zu huldigen und der Gegenwart zu misstrauen; die andere fordert dazu auf, das Vergangene in jedem Sinn des Wortes zu verwerfen, um etwas gänzlich Neues zu kreieren.

Folgt man der einen oder der anderen der beiden Maximen wortwörtlich, droht Stillstand. Die Ehrfurcht vor der Kunst eines früheren Zeitalters soll inspirieren, nicht einschüchtern; sonst kann man nur imitieren, nicht kreieren. Die andere Position, das Verwerfen des Vergangenen, lässt sich durch ein Beispiel aus der Tanzgeschichte gut illustrieren. In dem Versuch, sich "natürlich“ zu bewegen und alles Gelernte, Stilisierte abzuschütteln, haben es die Tänzerinnen und Tänzer der 1960er-Jahre lange nur noch gewagt, sich in Babyschritten über die Bühne zu bewegen. Der Komponist

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