Die Treibstoff des Tanzens

Porträt: Julia Kospach | aus FALTER 27/12 vom 04.07.2012

In seinem ersten Solo zeigt der kongolesische Tänzer und Choreograf Faustin Linyekula, was ihn bewegt

Fragen sind Faustin Linyekula lieber als Antworten. "Ich bin in einer Diktatur aufgewachsen. Ich versuche, keine Antworten zu haben. Ich habe immer nur Fragen.“ Auch und vor allem als Tänzer und Choreograf. Eine Frage aus einem Gedicht des syrisch-libanesischen Dichters Adonis steht am Anfang von Linyekulas erstem Soloprogramm "Le Cargo“: "Wie soll ich mich auf den Weg zu mir selbst, zu meinem Volk machen, mit meinem Blut in Flammen und meiner Geschichte in Trümmern?“

In "Le Cargo“ unternimmt Faustin Linyekula diesen Marsch in seine eigene Geschichte, die auch die Geschichte seiner Heimat ist. Seine Heimat ist der Kongo, seine Stadt ist Kisangani im Nordosten des riesigen zentralafrikanischen Landes. Dort wurde Linyekula 1974 geboren, mitten hinein in die Militärdiktatur Mobutos, der neben vielen anderen Losungen auch diese ausgab: "Glücklich das Volk, das singt und tanzt.“


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