Kunst  Kritik

Die Poetik des vergilbten Klebestreifens

Lexikon | aus FALTER 27/12 vom 04.07.2012

Die Galerie Meyer Kainer stellt Gedi Sibony vor, der für eine neue, in der Kunst derzeit angesagte Innerlichkeit steht. Die Galerie ist abgedunkelt, nur etwas Tageslicht fällt durch die Spalten eines Vorhangs. Im Zwielicht werden Bilder und Objekte sichtbar, die mit der subjektiven Geste nicht abgeneigter Hand gebastelt wurden. Teilweise sind es gerahmte Flohmarktfunde, die umgekehrt an der Wand hängen und so eine abstrakte Textur preisgeben, die Streifen von Klebstoffresten etwa. Einen Karton bestrich der Künstler mit weißer Farbe, führte die Farbrolle scheinbar achtlos darüber, was unfertig und spurenhaft wirkt. Ein Hauch von Melancholie und formaler Prekarität liegt über der theatralischen Inszenierung von "As Told by Eons“, die bei aller scheinbaren Zufälligkeit eine starke Handschrift erkennen lässt. Lässig, sensibel! MD

Galerie Meyer Kainer, bis 15.9.


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