Nachrichten aus dem Inneren

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 27/12 vom 04.07.2012

Die Redaktion erklärt sich selbst

Es gibt Leute, bei denen es zunächst nicht auffällt, wenn sie plötzlich weg sind. Damit ist nichts über ihre Arbeit gesagt, nur über ihre Lautstärke. Christopher Wurmdobler etwa ist ein sehr emsiger Geselle, aber auch sehr leise - leise wie eine Mokassinschlange im Frotteepyjama oder ein Aal in einem Fass voller Kutteln. In einem Comicstrip würden Wurmdoblers Auf- und Abtritte durch sehr kleine Staubwölkchen versinnbildlicht, obwohl Wurmdobler keiner ist, der groß Staub aufwirbelt, ja man kann sogar sagen, dass ihn ein gewisser Aufwirbelunwille auszeichnet.

Wurmdoblers urlaubsbedingtes Fernbleiben stellt man freilich sehr schnell fest. Für Birgit Wittstock war dieses nachgerade körperlich spürbar, denn sie musste das Stadtleben in den letzten Wochen praktisch alleine schupfen. Wenn einer weg ist, ist nämlich einer weniger da. Und wenn es dann die besten Gastgärten auszuwählen, aufzulisten und anzupreisen gibt (siehe Seite 32 ff.), hält sich der Spaßbonus gerade bei 37 Grad in Grenzen.

Ein ausgesprochen unlauter (nicht aber unlauterer!) und umso angenehmerer Zeitgenosse ist auch Christian Sulzenbacher. Er arbeitete schon in Zeiten des Klebeumbruchs (quasi Schützengraben) im Falter, wo er über ganze Dekaden jeden Montag bei jeder Witterung anwesend war, um das Layout zu besorgen. Unvergessen die Wochen, in denen er nach einem schweren Radunfall auf Krücken kam und sich zwischenzeitlich auf einem Klappbett ausruhte. Nach 23 Jahren hat er sich nun verabschiedet. Ein leises "Servus!“ sei ihm hinterhergerufen.


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