Kolumne  Außenpolitik

Deutschland hat nachgegeben - hört auf, es zu demütigen

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 27/12 vom 04.07.2012

Die Eurokatastrophe ist vorerst abgewendet, der Weg zu einer engeren Zusammenarbeit der Eurostaaten geebnet, dank einer Wende der deutschen Kanzlerin. Das ist die gute Nachricht. Ebenso wichtig ist jetzt die Deutungshoheit über den Gipfel der vergangenen Woche.

Es sollte keine triumphierenden Sieger und keine gedemütigten Verlierer geben, um das Vertrauen in die gemeinsame Zukunft Europas nicht weiter zu erschüttern. Die Krise hat schon viele nationalistische Kräfte geweckt. Auf längere Sicht sind sie für den Euro und die EU bedrohlicher als der spekulative Druck der Finanzmächte.

Überraschend hat sich der sonst so vornehme italienische Ministerpräsident als Machtpolitiker gezeigt und Angela Merkel ins Abseits manövriert. Im Geheimen hatte er mit dem spanischen Premier die Falle für die Kanzlerin vorbereitet: Entweder sie gibt ihren Widerstand gegen eine freizügigere Unterstützung für die beiden finanziell angeschlagenen Länder auf, oder aber diese blockieren den Wachstumspakt,


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