Am Apparat Telefonkolumne

Was macht die Insel-Soko, Herr Kozuh-Schneeberger?

Politik | Anruf: Ruth Eisenreich | aus FALTER 27/12 vom 04.07.2012

Parksheriffs, Wastewatcher, Wohnpartner: Die Stadt Wien schafft gerne neue Truppen für besondere Einsätze. Auf der Donauinsel gibt es seit 2010 eine Inselinfo und seit heuer auch noch eine eigene "Insel-Soko“. Was deren Mitarbeiter erleben, erzählt Inselinfo-Chef Thomas Kozuh-Schneeberger.

Herr Kozuh-Schneeberger, was macht die Inselinfo?

In erster Linie informieren wir: zum Beispiel, wo die nächste U-Bahn ist oder wo man am schönsten baden kann. Zweitens sind wir Mediatoren. In den letzten Jahren gab es immer mehr Besucher, wohl weil viele wegen der Wirtschaftskrise nicht mehr auf Urlaub fahren. Zwischen den verschiedenen Gruppen - Radfahrern, Joggern, Hundebesitzern, Familien - gibt es oft unterschiedliche Meinungen zur Nutzung der Insel.

Was waren die bisher ungewöhnlichsten "Meinungen“?

Einmal gab es einen Nacktbader im Nicht-FKK-Bereich. Wir sind hin und haben gesagt, er soll sich eine Badehose anziehen, und er hat gerufen: "Ich bin doch im Wasser, wie können Sie sehen, dass ich nackt bin?“ Dabei stand er nur bis zu den Knien im Wasser. Und einmal ist einer mit einem Moped über die Insel geflitzt und hat dann gesagt: Ich muss meine schwangere Frau abholen, ihr ist schlecht. Es hat sich herausgestellt, dass sie im zweiten Monat war.

Steigen bei der Hitze die Aggressionen?

Es gibt schon heiße und schwüle Tage, wo Spannung in der Luft liegt. Aber meistens nicht in den Ferien, sondern zu Beginn der Saison, wenn es das erste Mal richtig heiß wird. Wir müssen nur selten die Polizei rufen.

Wozu brauchen wir dann auch noch eine eigene Insel-Soko?

Der Name ist witzig gemeint, der kommt von unserer Marketingabteilung. Die Insel-Soko ist eine mobile Einsatztruppe, die kaputte Dinge wieder instand setzt.


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