Zeit am Schirm

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 27/12 vom 04.07.2012

TV-Kolumne

Genau vor einem Jahr begann auf ZDFkultur die Gesprächsreihe "Bauerfeind 28:30“. 28 Minuten und 30 Sekunden lang interviewt die Journalistin Katrin Bauerfeind Leute, die es auf den Medienoberflächen zu etwas gebracht haben, Schauspieler, TV-Moderatoren, Musiker. Zuletzt war etwa König Boris von Fettes Brot an der Reihe. Der Reiz der Sendung besteht in seiner Echtzeitform. Versprecher und Abschweifungen werden nicht herausgeschnitten. Außerdem verfügt die Moderatorin über eine charismatische Mischung aus Neugier und Herzlichkeit, die die Gäste zu persönlichen Äußerungen verführt.

Auffällig ist, wie mediengeeicht die Gäste wirken. Selbst Versprecher und intime Geständnisse wirken so, als wären sie bereits einmal vor der Kamera geübt worden. So stellt sich nie ein Moment der Peinlichkeit ein, da Schamgefühle von einem antrainierten Realtime-Bewusstsein ausgeschaltet sind. Die Contenance der MTV-Generation.


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