300 Millionen Euro für Nokias Nachfolger

Medien | Reportage: Ingrid Brodnig / Helsinki | aus FALTER 27/12 vom 04.07.2012

Einst dominierte Nokia den Markt, heute sperrt es die letzte finnische Fabrik zu. Ein Reise ins Finnland nach Nokia

Ich muss mir wohl einen neuen Job suchen“, sagt die junge Frau. Sie kauft gerade eine Flasche Rotwein in der Spirituosenhandlung und schaut betrübt drein. Seit gestern weiß Sanna Koponen, die ihren richtigen Namen nicht verraten will, dass sie ab September arbeitslos ist. Nokia streicht 10.000 Stellen in ganz Europa, 3700 Arbeitsplätze davon in Finnland.

Die 26-jährige Finnin mit den rotgefärbten Haaren und dem Piercing in der Augenbraue lebt in der Industriestadt Salo. Hier steht die letzte finnische Nokia-Fabrik. Koponen ist Datenverarbeiterin bei einem Nokia-Zulieferer und indirekt auch vom Personalabbau betroffen. Überrascht hat sie das nicht: "Wir wussten alle, dass es nur eine Frage der Zeit ist. Aber traurig ist es schon. Ich werde wegziehen müssen. Hier in der Gegend gibt es keine Arbeit.“

Nokia kämpft ums Überleben. Der Konzern hat nur acht Prozent Marktanteil


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