Nokia setzt alles auf eine Karte — und diese Karte heißt Windows-Phone

Medien | aus FALTER 27/12 vom 04.07.2012

Es ist ein durchaus brauchbares Handy. Im Falter-Test erweist sich das Lumia 800 als zuverlässiges, flinkes Smartphone mit übersichtlichem Menü und sehr guter Navigations-App. Nokia hofft derzeit, mit seiner Lumia-Serie wieder Anschluss an den Smartphone-Markt zu finden. Doch das ist ein riskantes Unterfangen. Denn der finnische Weltkonzern setzt alles auf eine Karte: Microsoft.

Die neuen Nokia-Smartphones werden ausschließlich mit Windows-Betriebssystem ausgeliefert. "Wir haben nach einem Partner gesucht, wo man nicht nur Hardwarehersteller ist“, erklärt Martin-Hannes Giesswein, General Manager von Nokia Österreich und dem Adria-Raum. So würde Nokia von Microsofts Softwareexpertise profitieren und Microsoft wiederum von Nokias Know-how bei Navigationstechnologie. Als Riskant empfände er das nicht, sagt er: "Für mich ist das eine positive, geradlinige Strategie, weil wir uns auf etwas konzentrieren. Als Herausforderer müssen wir unsere Aufmerksamkeit bündeln.“

Doch auch Computergigant Microsoft tut sich auf dem Smartphone-Markt schwer und liegt weit hinter Apple und Google. Im Microsoft App-Store, dem sogenannten Marketplace, werden weniger Programme angeboten. "In letzter Zeit kommen aber 300 neue Apps pro Tag, und es gibt keine einzige Funktion, die Sie nicht auch bei uns finden“, meint Giesswein. Insgesamt bietet der Marketplace 100.000 Apps an.

Im Falter-Test wird ein Problem der Finnen offensichtlich: Sie machen mittlerweile solide Smartphones, aber noch besitzen ihre Handys keine Funktion, die die Konkurrenz nicht auch anbieten würde. Die sogenannte Killer-App fehlt bisher. Und das kann am Handymarkt tödlich sein.


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