Prostatacheck in der Limousine

Feuilleton | Filmkritik: Michael Omasta | aus FALTER 27/12 vom 04.07.2012

David Cronenbergs "Cosmopolis“ spielt fast ausschließlich im Fond eines Autos

Sie führen buchstäblich in die Geschichte hinein, diese eleganten Kamerafahrten, die längst zu einem Markenzeichen der Filme David Cronenbergs geworden sind. Hier nun geht es eine Wagenkolonne entlang. Die Kamera fährt ein halbes Dutzend blitzblank geputzter, weißer Stretchlimousinen ab; die Fahrer mit ihren schwarzen Anzügen und Sonnenbrillen warten gelangweilt neben ihnen. Dann endlich hat Eric Packer, 28, seine Limo erreicht - und damit den Hauptschauplatz von "Cosmopolis“, den der Film kaum einmal wieder verlässt.

Der gleichnamige Roman von Don DeLillo erschien 2003, lange bevor "Haircut“ zum heißen Kandidaten für das Unwort des Jahres wurde. "Er wusste nicht, was er wollte“, stellt der Autor den steinreichen Börsenspekulanten Packer vor. "Dann wusste er es. Er wollte sich die Haare schneiden lassen.“

Blöd nur, dass der Friseursalon am anderen Ende der Stadt liegt und an diesem Tag der Verkehr


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige