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Feuilleton | aus FALTER 27/12 vom 04.07.2012

Kurz besprochen: Die etwas andere Reiseliteratur

Durch die Wüste

Paul Bowles: Taufe der Einsamkeit. Reiseberichte, 1950-1972. Dt. v. M. Kleeberg. Liebeskind, 298 S., € 22,70

"Der Gegenstand der besten Reisebücher ist der Konflikt zwischen dem Schreibenden und dem Ort“, wusste Paul Bowles. Der durch seinen Roman "Der Himmel über der Wüste“ berühmt gewordene US-Schriftsteller lebte nach dem 2. Weltkrieg mit seiner Frau in Tanger, von wo aus er ausgedehnte Reisen unternahm. "Taufe der Einsamkeit“ versammelt jene Berichte, die er für Magazine schrieb.

Großes Tennis ist die Titelgeschichte von 1953. Nachdem Bowles über Natur und Menschen Auskunft gegeben und mit dem Vorurteil aufgeräumt hat, die Sahara sei eine Sandwüste (der Sand bedeckt nur ein Zehntel ihrer Fläche), zieht er ganz am Ende ein persönliches Resümee: "Vermutlich gibt es auf diesem Planeten wenige Orte, wo man für sein Geld so wenig Komfort bekommt wie in der Sahara.“ Trotzdem: Für die Erfahrung fast absoluter


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