Für Wagerlianer

Stilgeschichte: Lisa Seidl | Stadtleben | aus FALTER 27/12 vom 04.07.2012

Der Trolley ist das Fixie unter den Einkaufstaschen - jetzt auch mit Soundsystem

Einst wurde er verlacht, heute lachen nur die Zuschauer in Andrea Händlers Kabarett "Naturtrüb“ über das Klischee des Großmutterschleppers. Im jüngsten Stück der Komikerin spielt ihr "Kartoffelporsche“ mit Klappsitz eine ähnlich wichtige Rolle wie im echten Leben. Aber wenn sie mit der Straßenbahn auf den Naschmarkt fährt, ist ein violettes Modell ohne Klappsitz dabei.

Vom Stereotyp übergeblieben ist nur ein Vorurteil, wenn man die jungen und hippen Besitzer der Einkaufstrolleys betrachtet. "Kabarett würde keinen Sinn ergeben, wenn man sich nicht auch über sich selbst lustig macht“, sagt die verblüffte Frau Händler auf die Frage, warum sie sich dieses Klischees bediente, wenn es doch gar keines mehr ist.

Die Wandlung vom schauderhaften letzten Ausweg im Alter zum Accessoire urbaner Marktbesucher ist nicht klar. Vielleicht machten die "Trolley Dollies“ der 1970er-Jahre den Anfang. Nach Erfindung

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