Eine Ordnung des dauerhaften Schreckens

Rezension: Rudolf Walther | Politik | aus FALTER 28/12 vom 11.07.2012

Historiker streiten über das Motiv für Stalins Gewaltorgien. Jörg Baberowski beschreibt den Terror als Zeichen politischer Schwäche

Vor einem Dreivierteljahrhundert, am 2. Juli 1937, verabschiedete das Politbüro der Kommunistischen Partei der Sowjetunion den "Erlass über antisowjetische Elemente“. Der Tag gilt in Russland als Startschuss für Stalins Großen Terror, eine Säuberungswelle, die Millionen Menschen ins Straflager brachte und Hunderttausende das Leben kostete. In der Geschichtswissenschaft ist bis heute höchst umstritten, warum es zu diesem paranoiden Gemetzel gekommen ist.

Der Osteuropahistoriker Jörg Baberowski vertritt in seinem Buch "Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt“ die These, die gesamte Ära von Stalins Herrschaft war "eine Ordnung dauerhafter Gewalt“. Die Wurzeln der stalinistischen Gewaltherrschaft sind demnach nicht in kommunistischen oder marxistischen Ideen zu finden, sondern in der nur schwach ausgebildeten Staatlichkeit der Sowjetunion.

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