Gelesen Bücher, kurz besprochen

Politik | aus FALTER 28/12 vom 11.07.2012

Ein ergrauter Falke wird zur Taube

Der Politologe Zbigniew Brzezinski gilt seit Jahren als graue Eminenz der US-Außenpolitik, als Scharfmacher und als hauptverantwortlich für den US-Rüstungswettkampf mit der Sowjetunion und für die Aufrüstung radikaler Islamisten in Afghanistan, um "der UdSSR ihren Vietnamkrieg zu liefern“, wie er in einem Brief an Präsident Jimmy Carter schrieb.

In seinem neuen Buch "Strategic Vision“ macht der 84-Jährige eine radikale Kehrtwende. Der Westen müsse sich mit Russland verbünden, um die Macht nicht an China zu verlieren. Ein Angriff auf den Iran wäre aus amerikanischer Sicht so dumm, dass die US-Feinde das Land dafür "auslachen“ würden. Das Amerika der Gegenwart erinnere Brzezinski an die untergehende Sowjetunion in den 1980er-Jahren. So wie damals Russland seien die USA heute reformunfähig, bankrott und wiesen sinkende Lebensstandards der Bevölkerung auf; die herrschende Klasse sei außerdem unsensibel gegenüber sozialer Ungleichheit und


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