Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Der Karl-Lueger-Ring ist tot, es lebe der Universitätsring

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 28/12 vom 11.07.2012

Google Maps hat’s nicht kapiert: Vergangenen Mittwoch ist der Dr.-Karl-Lueger-Ring offiziell in "Universitätsring“ umbenannt worden, aber auf Google Maps heißt die Straße weder "Dr.-Karl-Lueger-Ring“ noch "Universitätsring“. Nein, sie heißt dort: "Umbenannt worden“.

Das ist nicht das einzige Problem: Anrainer haben ihre Adresse verloren, Visitenkarten wurden plötzlich obsolet. Laut SPÖ-Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny, der die neuen Straßenschilder mit Uni-Wien-Rektor Heinz Engl und dem grünen Kultursprecher Klaus Werner-Lobo enthüllte, zahlt Wien die Meldezettel und Hausnummern.

Bis Mai werden Historiker untersuchen, ob in Wien weitere Straßennamen nach demokratiefeindlichen oder rassistischen Personen benannt sind. In dem Fall würden umstrittene Straßenbezeichnungen beseitigt oder mit Hinweistafeln bzw. Kunstwerken kontextualisiert werden. "Für mich ist auch der Karl-Renner-Ring kein Tabu“, sagt der Grüne Werner-Lobo.


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