Technik Dinge, die uns brauchen

Eine Kamera, fast so toll wie ein Smartphone

Medien | Thomas VaŠEk Ist Journalist und Buchautor in München | aus FALTER 28/12 vom 11.07.2012

Gewöhnliche Digitalkameras braucht eigentlich niemand mehr. Jedes Smartphone schießt heute genauso gute Bilder. Und: Per Handy kann man Fotos ohne Umweg über ein anderes Gerät mit anderen teilen. Teurere Digitalkameras sind Smartphones nach wie vor in puncto Bildqualität überlegen. Für die typische Schnappschusskamera wird es aber eng.

Die Hersteller versuchen deshalb, immer mehr Features der Smartphones in Kameras zu packen.

Die DV300F von Samsung etwa hat zwei bemerkenswerte Funktionen. Die eine ist die WLAN-Anbindung: Über Funk kann man Bilder auf Facebook und Youtube hochladen, die Kamera kommuniziert auch direkt mit dem Fernsehgerät. Das ist nützlich, aber Smartphones können das auch.

Pfiffiger ist der Zweitbildschirm auf der Vorderseite, den Samsung großspurig "Dualview“ nennt. De facto handelt es sich um ein besseres Kontrolldisplay, damit man wirklich im Bild ist, wenn man sich selbst fotografiert. Ansonsten gibt es allerhand Bildbearbeitungsschnickschnack - von einer Bild-im-Bild-Funktion bis zu Verfremdungseffekten.

Das ist alles ganz nett, aber die Features machen die Kamera in der Bedienung komplizierter als nötig. Die 16-Megapixel-Optik mit Fünffachzoom ist wenig aufregend; die Kamerahersteller brauchen Innovationen.

Vielleicht ist die Entwicklung unabwendbar: Das Smartphone ist heute schon die Digitalkamera für die Masse. Da hilft es auch nicht, wenn Kameras bald telefonieren können. F


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