Neue Bücher

Kurz besprochen: in Wien, aus Wien und um Wien herum

Feuilleton | aus FALTER 28/12 vom 11.07.2012

Sittenbild

Felix Dörmann: Jazz. Wiener Roman. Hg. v. Alexander Kluy. Edition Atelier, 287 S., € 19,90

Anfang des letzten Jahrhunderts zählte Felix Dörmann (1870-1926) zu den umtriebigsten Wiener Autoren. Er verfasste Theaterstücke, Gedichtbände und Libretti, war aber auch in eine Filmproduktionsfirma involviert. "Jazz“ (1925) ist der einzige Roman, den der Populärschriftsteller hinterlassen hat. Nachdem er lange vergriffen war, wurde er jüngst neu aufgelegt. Keine Sekunde zu früh: Wiewohl die kolportagehafte Handlung in Wien nach dem Ersten Weltkrieg angesiedelt ist, lassen sich bei der Lektüre einige Parallelen zur Gegenwart erkennen.

Der "Jazz“, der zu der Zeit gerade aufkam, gab dem Buch seinen Titel, es hätte aber ebenso gut "Geld“ heißen können. Der verzweigte Plot dreht sich um eine Gruppe von Menschen, die in einer von Mangel geprägten Zeit ihr Glück versuchen - mit Spekulationsgeschäften und anderen mehr oder weniger krummen Methoden. Sie sind bereit, sehr weit


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