"Die Hitze ist eine unsichtbare Gefahr“

Stadtleben | Gespräch: Ingrid Brodnig | aus FALTER 28/12 vom 11.07.2012

Neue Architektur, strengere Auflagen und Notfallspläne: In Zeiten des Klimawandels muss sich auch das Leben in der Stadt ändern, sagt Österreichs oberster Meteorologe Michael Staudinger

Auf die Hitze folgen extreme Unwetter, weiß Michael Staudinger. Als Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik ist er quasi Österreichs oberster Meteorologe und weiß, dass die Stadt den Klimawandel ganz besonders spürt. Politik, Architektur und Rettungskräfte stehen vor neuen Problemen, erklärt der Forscher im Interview.

Falter: Herr Staudinger, derzeit erleben wir immer wieder Temperaturen über 35 Grad Celsius. Kostet eine derartige Hitzewelle Menschenleben?

Michael Staudinger: Sicher. Die Hitze untertags, die große Feuchtigkeit und zu warme Nachttemperaturen sind eine riesige Belastung für kreislaufempfindliche und ältere Menschen. In solchen Perioden steigen die Mortalitätsraten deutlich.

In welchem Ausmaß?

Staudinger: Pro Tag sterben in Österreich rund 100 Menschen. In derartigen


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