Das wahnsinnige Genie

Stadtleben | Spurensuche: Daniel Nutz | aus FALTER 28/12 vom 11.07.2012

Bobby Fischer war der größte Schach-Star. Vor 40 Jahren wurde er Weltmeister

Der 11. Juli 1972 ist ein bewölkter Sommertag. In einer schmucklosen Sporthalle in Reykjavík beginnt der Russe Boris Spasski mit der Englischen Eröffnung das vielleicht bedeutendste Schachmatch der Geschichte. Als Herausforderer sitzt dem Weltmeister der 29-jährige, schlaksige, nervös wirkende amerikanische Einzelkämpfer Bobby Fischer gegenüber. Ein Schachgenie, das in Vorkämpfen viele der besten Spieler eindrucksvoll bezwang. Jetzt soll auch der König der eigentlich als unbesiegbar eingestuften sowjetischen Schachriege besiegt werden.

Der als "Match des Jahrhunderts“ angepriesene Wettkampf wird am New Yorker Times Square übertragen und hat außenpolitische Strahlkraft. Dass der psychisch labile Fischer überhaupt ins feuchte Island gekommen ist, liegt letztlich an US-Außenminister Henry Kissinger, der Fischer aufforderte, Diskussionen über das Preisgeld hintanzustellen, nach Island zu fahren und


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