Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Vöslauer Bitter

Weder süß noch aufputschend: die Bitter-Limonade ist gelandet!

Stadtleben | aus FALTER 28/12 vom 11.07.2012

Noch ein Jahrestag: Vor einem Jahr wurde an dieser Stelle der Ruf nach einem bitteren alkoholfreien Getränk laut (Falter 25/11). Die Firma Vöslauer erfand damals ein aromatisiertes Wässerchen - die Erwartungen waren groß, die Enttäuschung umso größer. Das Near-Water-Getränk Nordbeere-Hopfen wurde von der sanften Heidelbeere dominiert, sodass sie in ihrer passiv-aggressiven Art den Hopfen und die Preiselbeere einfach übertünchte. Ein Jammer war das. Aber nun, man staunt nicht schlecht: vier neue Sorten aus demselben Haus und allesamt bitter! Quod erat demonstrandum.

Heute geht’s um die zwei roten Bitterlimos. Granatapfel-Cassia-Zitrone (GCZ) kommt Campari-Soda erstaunlich nahe, mit dem Unterschied, dass hier ohne Ende gezwitschert werden darf. Das hat Vor- und Nachteile, je nachdem.

Orange-Chinarinde (OC) wiederum schaut dem ollen Aperol-Spritz recht ähnlich. Oll, weil die Spritz-Trinkerei schon ein bisschen abgesagt ist. Die geschmackliche Note Aperol ist aber trotzdem proper, da gibt’s nichts zu meckern. Zu den zwei anderen Sorten lässt sich im Moment noch nichts sagen, aber Grapefruit-Ingwer (GI) und Zitrone-Wermut-Bitterkräuter (ZWB) lassen das Limonadenherz höher schlagen. Aber nicht so, wie es beim Konsum von drei Tonic der Fall ist. Nach diesen Getränken kann man auch noch ein Auge zutun, selbst wenn man eine ganze Kiste geleert hat. Mit Campari oder Aperol ohne Alkohol hätte das so nicht funktioniert. Jetzt müsste man an den Sirupen feilen. MS


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