Beisl Der steirische Gourmet

Café oh je

Steiermark | Beisltest: Wolfgang Kühnelt | aus FALTER 28/12 vom 11.07.2012

Die Gastrowüste Graz ist um eine zentral gelegene Fata Morgana reicher. Das lang erwartete Beisl im Hof des Museums Joanneum präsentierte bei unserem Test ein Trauerspiel in zwei Akten. Szene eins, Freitag, 12.30 Uhr. Zu essen? Gibt es nur Focaccia. Und wann gibt es mehr? Ganz sicher morgen Abend. Szene zwei, Samstag, 19.30 Uhr. Zu essen? Gibt es nur Focaccia. Erst nach heftigem Bitten und Betteln serviert man uns doch noch das Highlight des Tages, faschierte Laibchen mit Kartoffelpüree (um stolze € 7,90) und einen Caesar Salad (€ 6,90). Die Laberln sind außen leicht angebrannt und innen etwas zu wenig durch, das Püree mit großer Wahrscheinlichkeit das schlechteste der Stadt. Klumpig und fad. Der Salat kann auch nichts, aber nach weiteren Nachfragen bringt man uns wenigstens noch zwei Desserts. Die Zitronentarte (€ 4,90) ist zwar groß, aber leider komplett misslungen. Der Boden ist steinhart, der picksüße Oberbau schaut aus wie Salzburger Nockerln und selbst das Schlagobers ist danebengegangen. Das Mousse au chocolat (€ 2,90) ist hingegen winzig und jedes Fertigprodukt aus dem Supermarktkühlregal schmeckt besser.

Resümee

Schmutziges Besteck, Gartenmöbel aus der Sado-Maso-Designabteilung, überfordertes Personal, ungenügend temperierter und überteuerter Weißwein. Was hat sich der erfahrene Wirt Johann Mayer nur dabei gedacht? F

Joan Café & Bar, Joanneumsviertel 6, 8010 Graz, Di-So 9-23, Tel. 0316/82 04 96 (zu Redaktionsschluss noch nicht angeschlossen)


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