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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 29/12 vom 18.07.2012

Diese Rubrik ist ja so etwas wie ein offizielles Falter-Leaks, was angesichts des Umstandes, dass die undichte Stelle bzw. die leaking person namentlich bekannt ist, naheliegenderweise bedeutet, dass die heißesten Meldungen ungeleakt bleiben. Ganze Sitzungsprotokolle wandern in den virtuellen Reißwolf, weil praktisch jedes bonmotverdächtige Zitat und jede berichtenswerte Story vom Urheber oder der Urheberin mit dem sofortigen Hinweis "Untersteh dich, das zu schreiben!“ versehen wird.

Ganz generell kann hier aber zumindest festgestellt werden, dass das eigentliche Ziel der Sitzung umso großräumiger umgangen wird, je höher der Zeitdruck ist, und dass dafür unter Garantie just jene verantwortlich sind, die am heftigsten zur Eile mahnen. Ungenannt bleiben wollende und sollende Kollegen, die soeben noch beteuert haben, sie wüssten nicht, wo ihnen der Kopf stünde, setzen im gleichen Atemzug zu einem viertelstündigen Referat über den Mehltaubefall ihres Phlox’ oder den Zusammenhang von Phimose und Mutterfixiertheit an, nur um sich 17 Minuten später für das vorzeitige Verlassen der Sitzung zu entschuldigen - ein unaufschiebbarer Termin, leider! Worauf die verbleibende Kolleginnen- und Kollegenschaft beginnt, die Chefin vom Dienst hinsichtlich der zu gewärtigenden Artikelabgaben auf sehr durchsichtige Weise zu belügen, wie die ungenannt bleiben wollende und sollende Kollegin durch eine Formulierung wie "14 Uhr mit großer Hoffnung!“ unmissverständlich klarmacht. Mehr sag ich dazu nicht. Falls mich wer overleaken wollte: nur zu! Ich bin dann mal weg.


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