Seinesgleichen geschieht  

Wunderbares Wiener Wesen: warum das Glas Wasser gratis bleibt

Der Kommentar des Chefredakteurs


Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 29/12 vom 18.07.2012

Kulturkampf ist keiner daraus geworden. Weiß sowieso kaum mehr einer, was das ist, ein Kulturkampf (die Auseinandersetzung zwischen Bismarcks Deutschem Reich und dem Vatikan um die Trennung von Staat und Kirche). Um ein Kulturgut ging es dennoch, und gemeint war nicht einmal das Präputium. Es geht ums Kaffeehaus. Das Kaffeehaus ist ein letztes Überbleibsel jener volkstümlichen Wiener Kultur, die es vielleicht nie gegeben hat, die wir uns aber keinesfalls nehmen lassen, weder vom Tourismus noch von der Literatur.

Ein Kaffeehauskulturkampf, das hat was. Das umstrittene Kulturkampfgut war ausnahmsweise nicht die Schließung, Renovierung oder Einrichtung eines Kaffeehauses, die Preise, das Benehmen, die Laune oder die Nationalität der Ober - Debatten über all das hatten wir schon -, nein, es ging um das Glas Wasser.

Eine karitative Organisation bildete sich ein, mit einer Idee an der Institution des geschenkten Wassers herummachen zu können. Die Idee war ehrenwert. Gäste sollten für

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