Am Apparat  

Darf man überhaupt noch Hendl essen, Herr Schöffl?

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 29/12 vom 18.07.2012

Jedes zweite Huhn war von Keimen befallen, eines von Salmonellen. Das ergab ein Test der Arbeiterkammer, die 20 vorgepackte Geflügel aus Wiener Supermarkt- und Diskonterfilialen untersuchen ließ. Heinz Schöffl von der AK Wien ruft zur Vorsicht auf.

Jedes zweite untersuchte Geflügel war von Campylobacter-Keimen befallen. Wie gefährlich sind diese Keime?

Jährlich gibt es rund 4500 Erkrankungsfälle durch diese Keime, die Dunkelziffer liegt aber viel höher. Die Symptome sind sehr ähnlich und genauso problematisch wie bei Salmonellen: Durchfall, Brechreiz, Darmentzündungen - also alles, was mit dem Magendarmtrakt zu tun hat. Betroffen sind meistens Kinder, Ältere und immunschwache Menschen. So gut wie alle Campylobacter-Keime aus unseren Proben waren gegen einzelne Antibiotika resistent.

Wie kann man sicher sein, dass man beim Einkauf kein Hendl mit Keimen erwischt?

Gar nicht. Aber wenn man das Hendl erhitzt, bringt das die Keime um. Das Hendl selbst ist nicht so gefährlich - das wird üblicherweise nicht roh gegessen. Das Hauptproblem ist die Kreuzkontamination: Andere Lebensmittel sollten keinen Kontakt mit dem Geflügel haben, nach dem Schneiden sollte man das Messer und das Schneidbrett gründlich waschen.

Was können die Handelsketten gegen den Keimbefall tun?

Wenig, weil das Geflügel ja im Regelfall schon vorher verpackt wurde. Das Problem müssten die Geflügelmastbetriebe und Schlachthöfe in den Griff kriegen. Sie müssten hygienischer arbeiten. Wenn jedes zweite abgepackte Hendl Keime hat, dann ist das ein Problem.

Ist denn nur das Geflügelfleisch gefährdet?

Gesundheitsschädigende Keime kann man immer wieder auch auf anderen Fleischsorten finden. Diese Art von Mikroorganismen kommen aber hauptsächlich bei Geflügel vor.

Anruf: B. Narodoslawsky


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