Genossin Gewissen

Politik | Porträt: Ruth Eisenreich | aus FALTER 29/12 vom 18.07.2012

Sonja Ablinger hat beim Fiskalpakt gegen die Parteilinie gestimmt. Es war nicht das erste Mal

Es ist eine riesige Portion Salat mit Hühnerstreifen, die der Kellner im Café Lentos am Linzer Donauufer vor Sonja Ablinger hinstellt. "Wollen Sie etwas davon?“, fragt die Nationalratsabgeordnete und muss lachen: "Wir Sozialdemokraten teilen eben alles.“

Ablinger, 46, ist Sozialdemokratin durch und durch. Sie kommt aus einer roten Familie, engagiert sich seit ihrer Jugend in der SPÖ, und wenn sie von den Grundwerten der Partei spricht, gerät sie ins Schwärmen.

Doch vor kurzem hat sie deren Zorn auf sich gezogen. Als einzige SPÖ-Abgeordnete hat sie im Nationalrat gegen den Fiskalpakt gestimmt, gegen jenes Abkommen, mit dem 25 EU-Staaten strenge Obergrenzen für die Staatsverschuldung und automatische Sanktionen bei Verstößen einführen.

Die Reaktionen aus der Partei waren harsch. "56 von 57 SPÖ-Nationalratsabgeordneten waren bereit, Verantwortung zu übernehmen“, schrieben neun Kollegen,


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