"Ich wäre Chefredakteur der BILD geworden“

Medien | Gespräch: Wolfgang Zwander | aus FALTER 29/12 vom 18.07.2012

Günter Wallraff über die asoziale Oberschicht und das Ende der Spaßgesellschaft, über Krone-Kolumnist Michael Jeannée und seinen Schüler Hans-Peter Martin

Nach nur drei Stunden Schlaf empfängt Günter Wallraff zum Interview in einer Wiener Innenstadtpension. Er sagt, die Resonanz auf seine jüngste Aufdeckergeschichte über die Missstände in der Paketbotenbranche sei so groß, dass er vor lauter Stress an Schlafstörungen leide. Außerdem erzählt er, er sei nicht paranoid, aber seine Mitarbeiter hätten herausgefunden, sein Telefon werde (wieder einmal) abgehört. "Wer macht so etwas?“, fragt er. Wallraff arbeitete als Enthüllungsjournalist Hans Esser bei der Bild-Zeitung, als türkischer Gastarbeiter Ali Levent Sinirlioglu bei Thyssen, und er reiste ein Jahr lang als dunkelhäutiger Kwami Ogonno durch Deutschland. Das Interview kann erst nach eineinhalb Stunden beginnen, weil zuvor im Minutentakt eines seiner zwei Handys klingelt. Fast alle Anrufe sind von österreichischen


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