Gustav Mahler als Fahrstuhlmusik

Feuilleton | Filmkritik: Joachim Schätz | aus FALTER 29/12 vom 18.07.2012

Mit "Guilty of Romance“ beendet Sion Sono seine Hass-Trilogie in knallbunten Ekstasen

Wenn im Sommer die Sonne aufs Hirn brennt und die Filmverleiher mehrheitlich auf leicht Verdauliches setzen, ist das Klima günstig für Filme mit einem Drall ins Abseitige. Findige Verleihe wie die deutsche Rapid Eye Movies (Schwerpunkte: Bollywood und Japan) wissen das und platzieren schrillbuntes, kultfähiges Kino gern in den Sommermonaten.

Wenig davon ist aber so verwegen schön wie der Film, der auf diesem Weg vor drei Jahren im Topkino landete: "Love Exposure“ (2008) des Japaners Sion Sono war eine dramaturgische Wundertüte, aus der über vier Stunden Laufzeit melodramatische Verwicklungen und irrealer Cartoonhumor, familiäre Dysfunktion, sexuelle Pathologien und ungelenke Kampfkunst kullerten.

Seit eine Gruppe uniformierter Schulmädchen in der Eröffnungsszene von Sonos Durchbruchsfilm "Suicide Club“ (2001) Hand in Hand vor eine U-Bahn sprang, ist Sono international als Lieferant wohlfeil


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