Keine Konzessionen an Personen, die sich lohnen

Feuilleton | Richtigstellung: Sven Hartberger | aus FALTER 29/12 vom 18.07.2012

Am 18. Juli wäre der Ende letzten Jahres verstorbene Georg Kreisler 90 Jahre alt geworden. Zeit, mit ein paar Mythen aufzuräumen

Georg Kreisler war ein österreichischer Kabarettist. Seiner Heimat, die er 1938 als Jude im Alter von 16 Jahren hatte verlassen müssen, stand er trotz seiner Rückkehr im Jahr 1955 bis zu seinem Tod unversöhnlich gegenüber.

Diese bekannten Tatsachen haben den gemeinsamen Makel, dass sie keine sind. Dem Kabarettisten Werner Schneyder ist dafür zu danken, dass er in seinem im Profil veröffentlichten Nachruf noch ein weiteres unausrottbares Gerücht, nämlich jenes über die angebliche Verbitterung Kreislers, auf den Punkt einer klinischen Diagnose gebracht und den Verstorbenen geradeheraus als paranoid bezeichnet hat. Sein Verdienst geht weit über das bloße Greifbarmachen der gängigen Mutmaßungen über die eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit Kreislers hinaus, weil Schneyder mit konkreten Beispielen, welche die Paranoia Kreislers belegen sollen, zeigt,


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