In welches Café? Ins Canter oder ins Condé?

Feuilleton | Buchkritik: Klaus Nüchtern | aus FALTER 29/12 vom 18.07.2012

In "Im Café der verlorenen Jugend“ begibt sich Patrick Modiano auf eine Spurensuche durch das Paris einer verlorenen Zeit

Eine aparte Tristesse schwebt über den Arrondissements, Boulevards und Cafés, in denen die vorwiegend jungen Menschen, um die es hier geht, wohnen, über die sie flanieren, in denen sie sitzen. In seinem vorletzten, im französischen Original bereits vor fünf Jahren erschienenen, aber erst vor kurzem ins Deutsche übersetzten Roman "Im Café der verlorenen Jugend“ gibt sich Patrick Modiano keine allzu große Mühe, nationalen Stereotypen auszuweichen.

Eines der zahlreichen Kaffeehäuser, die hier Erwähnung finden, nennt sich Café Condé und wird von merkwürdigen Gestalten frequentiert, deren gleich eingangs in permutativen Reihungen wiederholte Namen - Jean-Michel, Adamov, Babilée, La Houpa, Ali Cherif, Tarzan … - die alltägliche Exotik der französischen Großstadt evozieren sollen.

Wir befinden uns im Paris der 1960er-Jahre, und auch dieses sieht genau


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