Bésame mucho

Feuilleton | Recherche: Matthias Dusini | aus FALTER 29/12 vom 18.07.2012

Warum grasen Kühe im Augarten? Die Geschichte des Künstlers Gustinus Ambrosi, der dem "Führer“ diente und Königin liebte

Der Schoß ist fruchtbar noch. Anfang Juli wurde bekannt, dass die im Augarten grasende Ritta schwanger ist. Einige Wochen schon weilt die braun-weiß gescheckte Kuh bereits im Garten des Ausstellungszentrums TBA21, erholt sich auf der Aualm von der weiten Anreise aus den Kitzbüheler Bergen. Nach einer künstlichen Besamung ist sie guter Hoffnung und wird bald schon ihrem Kalb jene abstruse Geschichte vormuhen können, die über Österreichs jüngere Vergangenheit mehr aussagt als die meisten antifaschistischen Denkmäler.

Es war einmal ein Bildhauer namens Gustinus Ambrosi, der bis zu seinem Tod 1975 im Augarten lebte. Anfang der 1950er-Jahre hatte die österreichische Regierung beschlossen, dem verdienstvollen Künstler ein Atelier einzurichten. Nach dem Krieg meißelte dieser "Gigant der Heimatliebe“ die Großen der Republik in Stein, sowohl rote als auch schwarze


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