Manöver Nazikitsch: im Keller der Nation

Falter & Meinung | Kommentar: Matthias Dusini | aus FALTER 30/12 vom 25.07.2012

Der Verteidigungsminister putzt die braunen Flecken von seinen Denkmälern. Wann werden die Opfer zu Helden?

Von einer Sensation sprach Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ), als am vergangenen Mittwoch der Held durchleuchtet wurde. In der Skulptur "Toter Soldat“ des Bildhauers Wilhelm Frass (1886-1968) in der Krypta des Heldentors war eine Botschaft entdeckt worden, in der der Künstler aus seiner braunen Gesinnung keinen Hehl macht.

In dem handgeschriebenen, in einer Metallkapsel deponierten Schriftstück drückt Frass seinen "Glauben an die ewige Kraft des deutschen Volkes“ aus, das sich "im Zeichen des Sonnenrades“ in naher Zukunft mit Deutsch-Österreich vereinigen werde.

Da das Denkmal in den Jahren der austrofaschistischen Diktatur errichtet wurde, ist das Schreiben blanker Hohn. Der Kryptonazi Frass deponierte im symbolischen Zentrum des "Ständestaates“ am Heldenplatz eine Ode auf die Nationalsozialisten, jene Feinde, die den Austro-Duce Engelbert Dollfuß ermordeten.


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