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Anneliese Junker

Politik | aus FALTER 30/12 vom 25.07.2012

Ein "Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog“ in Österreich klingt eigentlich gut. Wenn dieses Zentrum allerdings von Saudi-Arabien finanziert wird, wo Frauenrechte nicht existieren, dafür aber die Todesstrafe, wo eine radikale Form des Islams Staatsreligion ist und das Bekenntnis zu jedem anderen Glauben lebensgefährlich sein kann, finden das viele Menschen bedenklich. Nur die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP nicht: Sie haben das Projekt in National- und Bundesrat fast einstimmig beschlossen.

Fast einstimmig, denn die Tiroler ÖVP-Bundesrätin Anneliese Junker stimmte dagegen. Sie sei eine "Verfechterin des religiösen Dialogs“, sagte sie der Kleinen Zeitung, "aber wenn hinter diesem Zentrum ein Land steht, das Andersgläubige verfolgt und die Menschenrechte über Bord wirft, kann ich so etwas nicht gutheißen.“ Amen.


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