"Aufenthaltsverbot aufgehoben“


Bericht: Nina Horaczek
Politik | aus FALTER 30/12 vom 25.07.2012

Bakary J. wurde gefoltert und sollte abgeschoben werden. Nun erlaubt ihm das Innenministerium, bei seiner Familie zu bleiben

Vergangene Woche erhielt der Gambier Bakary J. ein zweiseitiges Fax. Absender war die Sicherheitsdirektion Wien. Das im Juni 2005 gegen den Afrikaner verhängte Aufenthaltsverbot in Österreich, so hält die Polizei in dem Schreiben fest, sei mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Bakary J. "droht jetzt keine Abschiebung mehr“, bestätigt Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Innenministeriums.

Für Bakary J. ist dieses Schreiben eine kleine Sensation. Denn sechs Jahre lang wartete er auf diese Mitteilung; und sogar der UN-Sonderberichterstatter über die Folter, Manfred Nowak, hatte sich für ihn eingesetzt.

Im April 2006 hätte Bakary J. in sein Heimatland Gambia abgeschoben werden sollen. Als sich der Afrikaner weigerte, in das Flugzeug zu steigen, führten die Polizisten den Schubhäftling in eine verlassene Lagerhalle in Wien, wo sie ihn folterten und mit dem Tode bedrohten.

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