Manfred, der Messias

Politik | Porträt: Ruth Eisenreich | aus FALTER 30/12 vom 25.07.2012

Manfred Juraczka will die Wiener ÖVP wieder zum Leben erwecken. Wird ihm das gelingen?

Knapp drei Stunden dauerte es, bis Manfred Juraczka ja sagte, an jenem Mittwoch im Mai in der Teeküche des ÖVP-Rathausklubs. Knapp drei Stunden lang hatte die Parteispitze bei Kaffee und Zigaretten den riskanten Plan diskutiert: 57.000 Unterschriften müsste die ÖVP gegen die von der rot-grünen Stadtregierung geplante Ausweitung der Kurzparkzonen sammeln, um eine Volksbefragung zu erzwingen. Gelingt das, ist es unser größter Coup seit langem, sagten die einen. Scheitern wir, bist du, Manfred, erledigt, sagten die anderen. Manfred Juraczka beschloss, es zu wagen.

Zweieinhalb Monate später sitzt Juraczka auf dem schwarzen Ledersofa in seinem Büro, die Arme auf der ganzen Länge der Rückenlehne ausgebreitet, als könne er gar nicht genug Raum in Anspruch nehmen, und triumphiert: 117.837 Unterschriften hat die ÖVP gesammelt. Juraczkas Ja hat sich ausgezahlt. Wieder einmal.

Dem Ja zur Unterschriftenaktion


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