Putins Angst vor Pussy Riot

Politik | Bericht: Susanne Scholl | aus FALTER 30/12 vom 25.07.2012

In Moskau wird eine junge, kreative Protestszene immer brutaler niedergehalten

Irgendwann hatten sie genug von diesem Land mit seinen falschen Wahlen und dem alten-neuen Präsidenten. Die Jungen, die gut Ausgebildeten, die Computerfachleute und kleinen Banker, die erfolgreichen Architekten und Anwälte mittleren Alters.

Ganz so sowjetisch wollten sie ihr neues Russland dann doch nicht haben, auch wenn sie sich an das Leben zu Sowjetzeiten, wenn überhaupt, nur mehr dunkel erinnern konnten.

Nachdem das "Tandem“, also das Paar Putin-Medwedew, im September ganz schnörkellos verkündet hatte, ohne viel Federlesens die Posten zu tauschen, da wachte so mancher aus der kleinen neuen russischen Mittelschicht auf und begriff, dass Medwedew kein Liberaler und Putin niemals bereit gewesen war, die Macht tatsächlich voll und ganz abzugeben. Und nachdem sie aufgewacht waren fanden sie, dass etwas geschehen müsste.

Die Proteste waren heftig und massiv. Am 10. Dezember - eine Woche nach den manipulierten

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